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ADHS-Coaching als Multimodaler
Therapiebaustein
Ein ADHS-Coaching ergänzt die multimodale Behandlung als
weiterer Baustein neben der psychotherapeutischen Verhaltenstherapie und der
Medikation. Wenn zusätzliche Erkrankungen wie Depressionen, Ängste oder
Panikstörungen, die oft gemeinsam mit ADHS auftreten, noch zu sehr im
Vordergrund stehen oder gar nicht behandelt werden, kann das Coaching nicht
optimal greifen. Daher empfiehlt sich zunächst die Stabilisierung der Person
durch die anderen beiden Therapiebausteine, bevor mit der Arbeit des Coachings
begonnen wird. Bei leichtgradiger Betroffenheit mag es evtl. genügen, ohne
Medikation und Therapie auszukommen und es ausschließlich mit dem Coaching zu
versuchen.
Das ADHS-Coaching arbeitet in den Bereichen Aktivierung von
Ressourcen, Entwicklung von Problemlösestrategien, Übungen im Alltag und
Aufbau von Bewältigungsfertigkeiten.
Es geht darum, die persönlichen Schwierigkeiten zu verstehen, Ziele zu
entwickeln und Strategien zur Umsetzung dieser Ziele zu verwirklichen.
In diesen sechs Bereichen braucht ein Mensch mit ADHS vorwiegend Unterstützung,
weil sie ihm auf Grund der neurobiologischen Besonderheiten schwer fallen:
- Prioritäten
setzen, vorausplanend organisieren, sich motivieren und etwas in Angriff zu
nehmen
- die
Aufmerksamkeit fokussieren und aufrecht erhalten
- sich
konzentrieren, nicht ablenken lassen, ein bestimmtes Arbeitstempo
beibehalten
- Affekte
und Emotionen regulieren und gelassen auf Frust reagieren
- mit
Hilfe des Arbeitsgedächtnisses Selbststeuerung und Selbstkontrolle erlangen
- vorschnelle
Entscheidungen, Antworten und Reaktionen zu vermeiden
Ein ADHS-Coaching geht i. d. Regel so strukturiert vor:
- Identifizierung:
Geschichte, Schwierigkeiten und aktuelle Herausforderungen der Person finden
(z. Bsp. mit Hilfe des „Sonnensystems“ nach Winston, oder den „Lebenshüten“
etc.)
- Formulierung:
neue Pläne und Ziele unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten,
Wünsche, Möglichkeiten und Grenzen, Exploration der Ressourcen durch
Nutzung der speziellen Fähigkeiten des ADHS-Gehirns
- Strukturierung
und Planung:
Problemlösungsmöglichkeiten gedanklich durchspielen, auswählen und in die
Tat umsetzen
- Zeitmanagement:
Stunden-, Tages- und Wochenpläne, Agenden nutzen, Pinnwände, Organigramme,
Uhren....die alltägliche Herausforderung meistern
- Kontrolle:
Fortschritte beobachten und dokumentieren, Entwicklungen wahrnehmen und
wertschätzen
- Emotionale
Unterstützung:
Ermutigung und positive Feedbacks geben, Rückschläge einfühlend begleiten
In Coachings können auch Besuche im Lebensumfeld (Wohnung,
Arbeitsplatz) eingebaut werden – vor Ort sagt ein Bild oft mehr als viele
Worte!
Durch
Unterstützung mit Biofeedback zum Stressmanagement lassen sich
Fortschritte leichter sichtbar machen - das motiviert!
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