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ADHS-Coaching als Multimodaler Therapiebaustein

Ein ADHS-Coaching ergänzt die multimodale Behandlung als weiterer Baustein neben der psychotherapeutischen Verhaltenstherapie und der Medikation. Wenn zusätzliche Erkrankungen wie Depressionen, Ängste oder Panikstörungen, die oft gemeinsam mit ADHS auftreten, noch zu sehr im Vordergrund stehen oder gar nicht behandelt werden, kann das Coaching nicht optimal greifen. Daher empfiehlt sich zunächst die Stabilisierung der Person durch die anderen beiden Therapiebausteine, bevor mit der Arbeit des Coachings begonnen wird. Bei leichtgradiger Betroffenheit mag es evtl. genügen, ohne Medikation und Therapie auszukommen und es ausschließlich mit dem Coaching zu versuchen.

Das ADHS-Coaching arbeitet in den Bereichen Aktivierung von Ressourcen, Entwicklung von Problemlösestrategien, Übungen im Alltag und Aufbau von Bewältigungsfertigkeiten. 

Es geht darum, die persönlichen Schwierigkeiten zu verstehen, Ziele zu entwickeln und Strategien zur Umsetzung dieser Ziele zu verwirklichen.

In diesen sechs Bereichen braucht ein Mensch mit ADHS vorwiegend Unterstützung, weil sie ihm auf Grund der neurobiologischen Besonderheiten schwer fallen:

  1. Prioritäten setzen, vorausplanend organisieren, sich motivieren und etwas in Angriff zu nehmen
  2. die Aufmerksamkeit fokussieren und aufrecht erhalten
  3. sich konzentrieren, nicht ablenken lassen, ein bestimmtes Arbeitstempo beibehalten
  4. Affekte und Emotionen regulieren und gelassen auf Frust reagieren
  5. mit Hilfe des Arbeitsgedächtnisses Selbststeuerung und Selbstkontrolle erlangen
  6. vorschnelle Entscheidungen, Antworten und Reaktionen zu vermeiden

Ein ADHS-Coaching geht i. d. Regel so strukturiert vor:

  1. Identifizierung:
    Geschichte, Schwierigkeiten und aktuelle Herausforderungen der Person finden
    (z. Bsp. mit Hilfe des „Sonnensystems“ nach Winston, oder den „Lebenshüten“ etc.)
  2. Formulierung:
    neue Pläne und Ziele unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten, Wünsche, Möglichkeiten und Grenzen, Exploration der Ressourcen durch Nutzung der speziellen Fähigkeiten des ADHS-Gehirns 
  3. Strukturierung und Planung:
    Problemlösungsmöglichkeiten gedanklich durchspielen, auswählen und in die Tat umsetzen 
  4. Zeitmanagement:
    Stunden-, Tages- und Wochenpläne, Agenden nutzen, Pinnwände, Organigramme, Uhren....die alltägliche Herausforderung meistern
  5. Kontrolle:
    Fortschritte beobachten und dokumentieren, Entwicklungen wahrnehmen und wertschätzen
  6. Emotionale Unterstützung:
    Ermutigung und positive Feedbacks geben, Rückschläge einfühlend begleiten

In Coachings können auch Besuche im Lebensumfeld (Wohnung, Arbeitsplatz) eingebaut werden – vor Ort sagt ein Bild oft mehr als viele Worte!

Durch Unterstützung mit Biofeedback zum Stressmanagement lassen sich  Fortschritte leichter sichtbar machen - das motiviert!

 

Post: Angelika Wagner, Robchestr. 9, 58540 Meinerzhagen
Fon.: 02358 / 90 40 67 , Fax: 02358 / 90 40 68 mailto: adhs-coach@cald.de