Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick
Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick

Ilse Aichinger, "Das Fenstertheater" - für die Schule vorgestellt

In dieser Geschichte geht es um die Distanz und die Vorurteile, die zwischen Menschen herrschen, die sich zu wenig umeinander kümmern.

 

Das Besondere ist, dass all das an einer Stelle aufgehoben wird - und das auf eine sehr beeindruckende und "nachdrückliche" Weise.

 

Wir stellen die Geschichte vor und machen Vorschläge, was man mit ihr machen kann.

 

Zu finden ist die Geschichte unter anderem hier.

Kurz-Info zu Thema und Inhalt
Eine Frau wird durch die Wirklichkeit beschämt, als sie glaubt, einem Nachbarschaftsskandal auf der Spur zu sein.


Inhaltsangabe:
Die Geschichte beginnt damit, dass eine Frau ihrer üblichen Tätigkeit nachgeht, aus ihrer hochgelegenen Wohnung hinauszuschauen, ob vielleicht ein Unfall o.ä. vor ihren Augen passiert.
Als sie sich schon enttäuscht abwenden will, sieht sie, dass im Haus gegenüber ein dort wohnender alter Mann am helllichten Tag das Licht anzündet und dann beginnt, auf dem Balkon allerlei Faxen zu machen.
Zunächst fühlt die Frau sich angesprochen und findet das dann auch interessant. Als der Mann dann aber sogar einen Kopfstand macht, ruft sie die Polizei.
Als die kommt, folgt sie den Polizisten, die die Tür aufbrechen müssen, weil – wie sisch dann herausstellt, der Mann schwerhörig ist und nicht öffnet.
Zum großen Erstaunen aller stellt sich heraus, dass der alte Mann mit seinem seltsamen Theater am Fenster nur einen kleinen Jungen unterhalten wollte, der mit seiner Familie in die Wohnung oberhalb der Frau eingezogen ist.
Die Geschichte endet damit, dass der kleine Junge das Lachen, das der Mann ihm hinübergeschickt hat, den Polizisten ins Gesicht wirft.

Bedeutung der Geschichte: -> Was zeigt die Geschichte?
1. Die Geschichte zeigt zum einen die Langeweile und den damit verbundenen Voyeurismus der Frau,
2. dann aber auch das Engagement und den Einfallsreichtum des alten Mannes,
3. der bei seinem Gegenüber, dem kleinen Jungen sehr gut ankommt.
4. Letztlich läuft die Geschichte auf eine Beschämung der Sensationsgier der Frau hinaus, an der sich auch die anderen Bewohner des Hauses beteiligen, als die Polizei die Wohnung stürmt.

Schaubild

 

Anmerkungen zum Schaubild:
Das Schaubild zeigt die entscheidende Gegenüberstellung zwischen den beiden Hochhäusern und den beiden sehr unterschiedlichen Menschen: Da ist links die Frau mit ihrer Sensationsgier und ihren Vor-Urteilen, was das Verhalten des Mannes gegenüber angeht. Möglicherweise schwingt aber auch ein bisschen Sorge mit, wenn sie die Polizei ruft.

Auf der anderen Seite ein Mann, der auf ganz natürliche Weise Mensch ist und sich auf die besondere Begegnung mit dem Jungen im Nachbarhaus einlässt.

Wichtig ist natürlich die unterschiedliche Perspektive: Die Frau weiß nichts von den neu Eingezogenen in der Wohnung über ihr – was auch ein Zeichen der Distanz in solchen Großwohnanlagen sein kann.

Aufgelöst wird alles, als die Polizei die Wohnung stürmt. Wunderbar der Einfall der Autorin mit dem Lachen, das zunächst zwischen den beiden Positiv-Menschen in dieser Geschichte hin und hergeht, dann aber auch die Polizisten erreicht. Allerdings wird es ihnen und vor allem den wohl zum Teil mitstürmenden Nachbarn „ins Gesicht geworfen“. Gemeint ist damit, dass die schon ein bisschen der Schlag der Erkenntnis trifft. Zum einen geht es eben um die Offenheit des alten Mannes, zum anderen um ihre eigene Verschlossenheit und Beschränktheit.

Die Frage ist, was sie mit dieser auch ein bisschen „einschlagenden“ Erkenntnis machen – aber die Frage richtet sich vor allem an den Leser.

Inwiefern und inwieweit handelt es sich um eine Kurzgeschichte?.
Es handelt sich um eine typische Kurzgeschichte, die die Vorgeschicht nicht weiter als unbedingt nötig klärt und sich dann voll und ganz auf den besonderen „Ausriss“ aus dem Leben der Frau konzentriert, die hier eine wichtige Erfahrung macht. Ob die bei ihr positive Folgen hat, lässt die Geschichte offen.

Anmerkungen zum Einsatz als Klassenarbeit.
Die Geschichte lässt sich sehr gut als Klassenarbeit einsetzen – besonders im Hinblick auf die Merkmale der Kurzgeschichte, aber auch eine Beurteilung des Verhaltens der Frau.
Damit verbinden könnte man die Aufgabe, zum einen die Überschrift zu erklären, zum anderen auch eine neue zu erfinden.
Möglich wäre etwa:
- Missverständnis
- Engagement: Hier kann man gut Varianten unterscheiden, die Frau ruft aus einem doppelten Motiv heraus die Polizei, der alte Mann hat nur ein einziges, sehr gutes Motiv.

Ideen zum Einsatz im Unterricht
Auf die Möglichkeiten alternativer Überschriften wurde schon eingegangen.
Ansonsten kann man die Geschichte mit Blick auf die sogenannten „Gaffer“ bei Autobahnunfällen aktualisieren.
Im Extremfall könnte man sogar eine entsprechende Neufassung der Kurzgeschichte entwickeln, bei dem jemand als „Gaffer“ Rettungsarbeiten behindert – und am Ende feststellen muss, dass das genau die Sekunden waren, die zum Überleben des Opfers fehlten – das sich dann als ein Freund herausstellt.

Eine entsprechende Variante hat uns freundlicherweise ein Autor zur Verfügung gestellt – siehe Hajo Frerich, Zu schnell – zu langsam.


 

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