Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick
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Heinrich Böll, "Es wird etwas geschehen" - Anregungen für den Unterricht

In der Kurzgeschichte „Es wird etwas geschehen“ von Heinrich Böll wird auf satirische Weise die moderne Arbeitswelt aufs Korn genommen.

 

Wir stellen die Geschichte kurz vor und zeigen, was man in der Schule damit machen kann.

 

Zu finden ist die Geschichte u.a. hier.

Kurz-Info zu Thema und Inhalt
In der Kurzgeschichte „Es wird etwas geschehen“ von Heinrich Böll wird auf satirische Weise die moderne Arbeitswelt aufs Korn genommen.

Inhaltsangabe:
Die Geschichte beginnt aus der Perspektive eines Ich-Erzählers damit, dass er wieder einmal gezwungen ist, eine Arbeit anzunehmen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Bei der Eignungsprüfung stellt er sich so übertrieben arbeitswütig an, dass er den Job auch sofort bekommt. im weiteren Verlauf wird am Beispiel des Stellvertreters des Chefs und seiner Sekretärin verdeutlicht, wie viel man angeblich gleichzeitig leisten kann. Der Ich-Erzähler selbst lernt, gleichzeitig immer mehr Telefone zu bedienen und hat seine Freude daran, den im Titel der Kurzgeschichte angegebenen Schlüsselsatz der Firma auf immer neue Art und Weise sprachlich zu variieren.

Dieses scheinbar schöne Leben endet, als eines Tages sein Chef vor seinen Augen zusammenbricht und der Ich-Erzähler bei der  Beerdigung feststellt, dass er der ideale Trauerredner ist. Am Ende macht er das zu seinem Beruf, ist aber auch bereit, hin und wieder hinter dem Sarg von armen Menschen herzugehen, deren Beerdigung von der staatlichen Fürsorge organisiert wird. die Geschichte endet damit, dass der Ich-Erzähle immer wieder gerne das Grab seines früheren Chefs besucht, dem er für seine berufliche Entwicklung dankbar ist. Erst bei dieser Gelegenheit fragt er sich, was in der Fabrik eigentlich hergestellt worden ist, und vermutet, dass es wohl Seife gewesen ist.

Bedeutung der Geschichte: -> Was zeigt die Geschichte?
Die Geschichte zeigt zwei Varianten des Berufslebens, zunächst eine, die nur dem Broterwerb dient, und dann eine die der inneren Neigung und den besonderen Fähigkeiten eines Menschen entspricht.

Im ersten Fall wird auf satirische Weise der Leistungsdruck in der heutigen Arbeitswelt aufs Korn genommen, wobei die konkrete Ausgestaltung zum Teil unsinnig wirkt. Bezeichnend ist, dass erst ganz am Ende die Frage gestellt wird, was diese Firma eigentlich überhaupt herstellt. Es ging also immer eher nur um formale Dinge, nicht aber um inhaltliche, man könnte auch sagen: wesentliche.

Interessant ist, dass bei der zweiten Art von Arbeit auch so etwas wie menschliche Beziehungen und Engagement ins Spiel kommen, verbunden mit zumindest einem nachträglichen Nachdenken über das, was man eigentlich getan hat.
 

Anmerkungen zum Schaubild:
Die Geschichte beginnt mit dem natürlichen, fast paradiesischen Leben mit Freude an Nichtstun. Not zwingt dann zur Arbeit, dabei zeigt sich das Talent zum Schönreden, allerdings einem eher falschen. Im weiteren Verlauf wird das dann im Job umgesetzt, allerdings zeigt der Tod des Chefs wohl, dass es sich hier um ein überzüchtetetes, falsches Leben handelt.
Die Wende bringt dann die Beerdigung, wo der ich Erzähler merkt, dass es auch ein gutes Schönreden gibt, das den Betroffenen hilft, die schmerzliche Situation zu überwinden. Dass es jetzt nicht mehr um Profit und Karriere geht, zeigt sich daran, dass so etwas wie Mitgefühl ins Spiel kommt.

Dazu kommt Dankbarkeit, die dann rückblickend die kritische Frage auslöst, was denn in der Firma eigentlich hergestellt worden ist. Das bleibt in mehrerer Hinsicht offen, einmal, ist es nur eine Hypothese, zum anderen ist dann die Frage, warum gerade dieses Produkt vom Autor an dieser Stelle ausgesucht worden ist.

Inwiefern und inwieweit handelt es sich um eine Kurzgeschichte?.
Die Geschichte ist keine ganz typische Kurzgeschichte, weil sie zwar direkt einsteigt, ansonsten aber sehr satirisch geprägt ist und darüber hinaus auch Interpretationen des Erzählers enthält. Schon gleich am Anfang macht er selbst deutlich, wie der besondere Ausriss aus dem Leben in seinem Falle zu verstehen ist. Auch das Ende der Geschichte ist nicht vollständig offen, weil noch etwas Wesentliches zur früheren Tätigkeit geklärt wird und im übrigen der Ich-Erzähler zu seinem Traumjob gefunden hat. Dennoch bleibt der Leser nachdenklich zurück, wenn er sich zum Beispiel fragt, warum der Autor sich gerade Seife als Produkt dieser besonderen Firma ausgedacht hat.

Anmerkungen zum Einsatz als Klassenarbeit.
Insgesamt ist der Text zu lang, er lässt sich aber sehr gut im Unterricht einsetzen, um zu überlegen, inwieweit in der heutigen Zeit bestimmte dichterische Fantasien Bölls inzwischen Realität geworden sind. Man denke einfach daran, dass immer mehr Mitarbeiter gezwungen sind, auch privat nach Feierabend oder am Wochenende noch E-Mails abzurufen, zu beantworten und so weiter. Auch kann man die Frage stellen, ob nicht auch manche Schüler bei der Nutzung des Smartphones zwar intensiv leben, aber andere Bereiche möglicherweise auch ausblenden.

Ideen zum Einsatz im Unterricht
Damit hätte man auch schon eine kreative Aufgabe.

 

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