Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick
Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick

Marlene Röder, "Schwarzfahren für Anfänger" - oder das Spiel der Liebe und der Zeiten

Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit all den Schwierigkeiten der Anfangsphasen wird auf bezaubernde Weise erzählt.

 

Dazu kommt ein geschicktes Vermischen verschiedener Zeitebenen.

 

Wir zeigen an einem Schaubild, wie sie zusammenhängen.

 

Kurz-Info zu Thema und Inhalt
Bewältigung negativer Beziehungserlebnisse

Inhaltsangabe:
In der Geschichte geht es um Josefine, die sowohl in ihrer Familie als auch selbst negative Erfahrungen mit Beziehungen gemacht hat. Deshalb hat sie auch Angst vor einem Neuanfang. Sie hat zwar mit Stefan einen Freund, aber als der sie mit einem Kuss überrascht, verlässt sie die Wohnung und fährt ziellos mit der S-Bahn im Kreis. Dabei gerät sie in eine Kontrolle und in der kurzen Zeit lässt sie ihre ganze Geschichte noch einmal vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Als dann die Kontrolleurin drängend nach dem Fahrschein fragt, will sie schon kapitulieren und die Strafe für das Schwarzfahren auf sich nehmen. Da taucht Stefan ganz überraschend auf und übernimmt das für sie. Am Ende können sie offen über ihre Situation und ihre Gefühle sprechen und es besteht Hoffnung, dass die Angst vor den Herausforderungen der Liebe abgebaut werden kann.

Bedeutung der Geschichte: -> Was zeigt die Geschichte?
Die Geschichte macht deutlich, wie schwierig es werden kann, wenn man die Liebe ernstnimmt und schlechte Erfahrungen gemacht hat. Sie zeigt aber auch, dass die richtige Einstellung und ein bisschen Erfindungsreichtum alles auf einen guten Weg bringen können.


 

Anmerkungen zum Schaubild:


Die Geschichte ist so vielschichtig, dass hier die einzelnen Elemente nur sehr klein präsentiert werden können. Aber die Erklärungen dürften beim Verständnis helfen. Außerdem gibt es auf der Website eine Fassung, die die Details deutlicher hervortreten lässt.
https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/

Insgesamt lassen sich fünf Zeitebenen unterscheiden. Außerdem haben wir 13 Abschnitte benannt.


1. Aktuelle Zeit-Ebene: Josefine blickt aus dem Fenster – das ist die aktuelle Zeitebene.

 

2. Rückblick 1: Sie denkt dann daran, dass sie rausgelaufen ist und keinen Blick zurück gewagt hat.

 

3. Aktuelle Zeit-Ebene: Der Leser erfährt, dass sie im Kreis fährt und jetzt in eine Befragung gerät.

 

4. Hier gibt es eine erste Verbindung zwischen der aktuellen und der Rückblicksebene: Josefine wünscht sich nämlich wieder zu Stefan zurück.

 

5. Aktuelle Zeit-Ebene: Wir erfahren, dass sie „neben der Spur“ ist und dass alles genauso in der Bahn mit Stefan angefangen hat.

 

6. Rückblick 2: Jetzt geht es eine Ebene weiter in der Zeit rückwärts, es kommt nämlich die Geschichte der ersten Begegnung zwischen Josefine und Stefan

 

7. und eigentlich wird hier sogar noch eine frühere Ebene angedeutet, Josefine scheint nämlich ähnlich schlechte Erfahrungen mit Beziehungen gemacht zu haben wie ihre Mutter.
 

8. Rückkehr in die Gegenwart und Verstärkung der Sehnsucht nach der Gemeinsamkeit mit Stefan. Man merkt, es gibt kein wirkliches Problem zwischen den beiden – Josefine hat nur Angst.
 

9. Auf der Rückblick 1-Ebene wird jetzt erzählt, wie Stefan Josefine ein bisschen zu schnell „überfallen“ hat.
 

10. Hier wird die Scheidung der Eltern eingeschoben – vor allem das Leiden der Mutter wird deutlich.
 

11. Der Kuss weckt vor diesem Hintergrund schlechte Erinnerungen, obwohl er auch schön ist, und löst die Flucht aus.
 

12. Auf der aktuellen Ebene drängt die Kontrolleurin – man merkt übrigens sehr schön,

wieviel Gedankenarbeit im Hinblick auf die Vergangenheit in wenigen Sekunden der Gegenwart geleistet worden ist.
 

13. Am Ende steht das Wunder, dass Stefan im richtigen Moment wieder auftaucht und auch die richtigen Dinge tut und sogar die richtigen Worte findet. Am Ende können sie sogar über ihre Angst sprechen und sie damit bewältigen.
 

Inwiefern und inwieweit handelt es sich um eine Kurzgeschichte?.
Die Geschichte ist typisch für eine Kurzgeschichte mit dem direkten Einstieg. Das Besondere in diesem Falle ist, dass anschließend bei ständigem Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheitsebenen die Vorgeschichte den größten Teil des Textes einnimmt.
Wirklich offen ist die Geschichte nicht, denn es gibt ein echtes Happy End. Allerdings können durchaus noch Probleme im weiteren Verlauf auftreten, denn die Beziehung der Mutter kann ja auch mal originell angefangen haben und dann gab es ein schmerzliches und wohl auch endgültiges Aus.

Anmerkungen zum Einsatz als Klassenarbeit.
Die Geschichte ist etwas lang, aber nur im Hinblick auf die Zeitverhältnisse kompliziert. Wenn Schüler darin Übung haben, kann eine genauere Analyse und Auseinandersetzung mit der Problematik sehr reizvoll sein.

Ideen zum Einsatz im Unterricht
Eine besondere Herausforderung stellt sicher das Verständnis für die Zeitverhältnisse dar. Hier dürfte das Schaubild helfen.
Ansonsten kann genauer besprochen werden, wovor Josefine eigentlich Angst hat und wie das in der Geschichte entwickelt wird.
Außerdem lässt sich sicher Stefans engagiertes Vorgehen diskutieren. Aber wenn er die Krise nicht ausgelöst hätte, gäbe es ja auch die schöne Geschichte nicht ;-)
Andererseits muss man vielleicht doch darüber nachdenken, ob so was nicht auch schiefgehen kann. Man muss ja nicht gleich daran denken, dass Josefine sich das Leben nimmt. Aber es könnte auch sein, dass tiefer verletzt ist und Stefan nicht damit umgehen kann. Aber dann wäre er eben auch nicht der Richtige. Und – um jetzt noch dialektisch weiterzugehen: Gibt es denn überhaupt so einen Richtigen wie diesen Stefan und eben auch das von ihm ausgelöste „Wunder“ – oder gibt es das nur zum Teil und muss man sich manchmal auch mit Träumen davon begnügen und Kompromisse schließen?

 

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