Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick
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Endlich Durchblick: Analyse von Sachtexten mit Stellungnahme und Erörterung

1. Analyse von Sachtexten

1.Wenn ein Sachtext (bzw. ein Ausschnitt davon) präsentiert wird, geht es zunächst um das Was und dann auch das Wie dessen, was man vorfindet. Dabei helfen in der Regel begleitende Informationen. Die sollte man sich also erst einmal anschauen, um zu klären, wer, wann, warum wem wo (in welchem Medium) etwas sagt/schreibt/mitteilt. Ggf. kann auch schon die Textsorte erkannt werden – z.B. Kommentar oder Glosse.
 

2.In einem ersten genaueren Lese-Schritt sollte man sich den Inhalt klarmachen, vor allem auch die Intention (die Absicht, d.h. die Richtung, in die der Text geht). Zugleich geht es auch um die Art und Weise, wie dieses Ziel mit sprachlichen Mitteln im weitesten Sinne verfolgt wird. Eine besondere Rolle bei der Herstellung eines vorläufigen Verständnisses spielen der Titel, der Einstieg und der Schluss von Sachtexten.
 

3.Wenn man sich ausreichend mit dem Text beschäftigt hat, kann man schon einmal einen Einleitungssatz formulieren, in dem man den Text kurz vorstellt (auch die Textsorte) und dabei vor allem sein Thema benennt. Damit hat man zugleich schon eine These, die man im weiteren Verlauf der Untersuchung genauer begründet bzw. ausführt.
 

4.In einem ersten Schritt des Hauptteils sollte der sog. Argumentationsansatz beschrieben werden: Gemeint ist damit, von welcher Stelle in der Welt der Sachverhalten oder auch der Meinungen der Text seinen Ausgang nimmt, woran er anknüpft: Das kann der Rückgang der Zahl der Theaterbesuche genauso sein wie die Frage der Gewaltdarstellung in den Medien oder neuere Thesen zur Entwicklung der Sprache.
 

5.Als nächstes geht es um die Ausgangsthese: Ist der Punkt geklärt, an dem der Text ansetzt, kann man sich der Frage zuwenden, wie der zu analysierende Text sich an dieser Stelle positioniert. In der Regel bedeutet das, dass sein Verfasser eine eigene Meinung äußert, die in Thesenform formuliert werden sollte. Sollte es sich um einen Text handeln, bei dem die Meinung des Verfassers erst sehr viel später oder gar erst am Schluss deutlich wird, spricht man einfach von einer zentralen These und nennt die Stelle, aus der man sie gefunden oder ggf. auch „herausdestilliert“ hat.
 

6.Untersuchungsaspekt Position des Verfassers: In der Regel reicht es natürlich nicht, eine These in den Raum zu stellen, sie muss auch begründet und näher ausgeführt werden. Hierbei geht es noch nicht um das Aufweisen des Gedankengangs des Textes, sondern um die systematische Absicherung der Kernthese, die sich an verschiedenen Stellen des Textes finden kann.
 

7.Untersuchungsaspekt „argumentativer Aufbau“: Texte leben aber nicht nur von einer Kernthese und ihrer argumentativen Umhüllung, sondern auch von der gedanklichen Entwicklung. Diese wird in einem weiteren Schritt nachgezeichnet. Dabei ist es wichtig, den Text nicht nachzuerzählen, sondern wirklich der Argumentation zu folgen. Am besten zerlegt man den Text in gedankliche Abschnitte und beschreibt jeweils die Funktion. Hilfreich ist die Frage, was soll dieser Abschnitt, was bringt er für dien Gedankengang (Herausstellen einer Kernthese, Aspekte und Überlegungen, die als Argumente dienen, Veranschaulichung einer Behauptung/eines Problems/eines Lösungsansatzes an einem Beispiel, Auseinandersetzung mit einem Einwand, Schlussfolgerung, Zusammenfassung usw.)
 

8.Untersuchungsaspekt Argumentationsweise: So wie es in der Literatur immer auf das Zusammenspiel von Form und Inhalt ankommt, spielt es auch bei Sachtexten, die im Abiturzusammenhang ja in der Regel überzeugen oder überreden wollen, eine Rolle, wie die Gedanken präsentiert werden. Dabei geht es zunächst um die Darstellungsstrategie, die zum Beispiel polemisch, aber auch streng sachlich sein kann, dann auch um die einzelnen „rhetorischen“ Mittel, mit denen die Durchschlagskraft der Argumentation erhöht werden soll.
 

9.Untersuchungsaspekt Vorstellung spezieller inhaltliche Aspekte: Jeder Text lebt nicht nur vom Allgemeinen, sondern auch von speziellen Sichtweisen. Das kann zum Beispiel die Einschätzung des heutigen Medienkonsumenten sein (vielleicht verbunden mit einem eingängigen Bild) oder auch ein großer Gegensatz, der den Text bestimmt. Auf solche Schwerpunkte des Textes sollte nach dem allgemeinen Teil gesondert eingegangen werden. Häufig wird hier aber auch in der Aufgabenstellung ein Akzent gesetzt.
 

10.Untersuchungsaspekt Erläuterung zentraler inhaltlicher Aspekte: Gerade bei solchen zentralen Schwerpunkten des Textes können erläuternde Überlegungen sinnvoll sein. Allerdings bedeutet das noch nicht Stellungnahme – es geht vielmehr nur darum, Elemente, die im Text angedeutet sind, vielleicht aber nicht ganz präzise benannt werden, genauer zu klären. Dabei muss ggf. reflektiert werden, wie zwingend bzw. wahrscheinlich oder auch, unter welchen Voraussetzungen die Erklärungshypothese berechtigt ist.
 

11.Untersuchungsaspekt Zusammenfassung des Inhalts: Wie bei jeder analytischen Darstellung sollte am Ende nicht vergessen werden, die wesentlichen inhaltlichen Ergebnisse noch einmal zusammenzufassen und dabei das Wesentliche zu akzentuieren.
 

12.Untersuchungsaspekt Zusammenfassung der Darstellungsweise:  Ähnliches gilt natürlich auch für die Art und Weise, wie die Gedanken präsentiert werden. Hier sollte man ggf. auch die Gattung im Auge behalten. Geklärt werden kann zum Beispiel, ob es sich um einen typischen Kommentar handelt. Auch kann eine Einschätzung erfolgen, ob der Verfasser mit dieser Darstellungsweise eher sein Ziel erreicht oder eher verfehlt.
 

13.Überleitung zur Stellungnahme – Suche nach „Absprungpunkten“ Es ist im Abitur üblich, Sachtexte nicht einfach nur analysieren zu lassen, sondern sie mit einem Schreibauftrag zu versehen. Üblicherweise handelt es sich dabei um eine Stellungnahme. Die fällt einem am leichtesten, wenn man sich klar macht, wo ggf. kritische bzw. problematische Teile im Ausgangstext vorliegen. Wichtig ist dabei auch an das zu denken, was der Autor nicht (!) sagt. Auf jeden Fall ist es also wichtig, in der eigenen Stellungnahme möglichst über den Ausgangstext hinauszugehen und weitere Aspekte und Überlegungen mit einzubeziehen.
 

14.Erörterung zentraler inhaltlicher und darstellerischer Aspekte des Textes – ggf. entsprechend der Schwerpunktsetzung der Aufgabenstellung: Bei der eigentlichen Erörterung kommt es dann auf einen klaren Gedankengang und eine möglichst klare Zielrichtung an. Besonders hier ist es wichtig, über eine Stoffsammlung zum Text und zum darin enthaltenen Thema zu einer überzeugenden Gliederung zu gelangen. Im Fach Deutsch sollte man dabei nie vergessen, dass neben dem Inhalt auch die Darstellung eine wichtige Rolle spielt.
 

15.Zusammenfassung der eigenen Meinung in einem möglichst wirkungsvollen Schluss-Statement, ggf. selbstkritischer oder auch weiterführender Hinweis: Es ist immer wichtig, die eigene Darstellung möglichst wirkungsvoll zu beenden – der letzte Eindruck ist es schließlich, der zählt.  Dementsprechend bietet es sich an, besonders wichtige Argumente an den Schluss zu stellen und besonders hervorzuheben. Ggf. kann es sinnvoll sein, hier auch noch einmal darauf hinzuweisen, unter welchen Voraussetzungen die eigene Meinung gilt und was ggf. noch weiter geklärt werden müsste. Damit zeigt man, dass man nicht blind in einer eigenen Meinung steckt, sondern diese auch in ihren Grenzen sieht.

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