Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick
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"Leitgedanken" und "Intention": Wie findet man sie heraus?

Leitgedanken und die Intention eines Textes sind zentrale Punkte der Analyse. Wir zeigen hier an Beispielen, wie man beides findet und damit der Aussage von Texten richtig "auf die Spur" kommt.

  1. Es gibt viele Texte, in denen jemand eine Absicht verfolgt, ein klares Ziel hat
    Wenn ein Autor einen argumentativen Text schreibt, dann hat er eine Absicht. Zum Beispiel will er deutlich machen, dass es zu viel Autoverkehr in den Innenstädten gibt. Diese Absicht ist das Ziel, das der Autor verfolgt.
     
  2. Bei Sachtexten sollte die gewollte Intention des Autors mit der realen im Text übereinstimmen
    Im Idealfall ist es auch identisch mit der Intention, der Absicht des Textes. Jemand kann nämlich durchaus etwas schreiben, was nicht ganz oder gar nicht seiner Intention, seiner eigentlichen Absicht entspricht.
     
  3. Achtung: Vorrang für die Textintention im Deutschunterricht
    Deshalb hat die "Textintention" im Deutschunterricht immer Vorrang. Aber wie gesagt, meistens ist sie identisch mit der Autorintention - und der Verfasser wird ja auch an seinem Text gemessen.
     
  4. Beispiel: Autorabsicht: Verständigung, Textabsicht: Ausdruck von Ärger
    Ein Beispiel: Ein Vermieter ärgert sich über zu viel Lärm des Mieters. Eigentlich will er in seinem Schreiben auf seine Probleme mit dem Lärm aufmerksam machen und Verständnis erreichen. In Wirklichkeit lässt er den Ärger aber so sehr heraus, dass der rauskommt, nicht die eigentlich gemeinte Bitte um Rücksichtnahme.
     
  5. Leitgedanken sind Gedanken, die zum Ziel, zur Intention hin leiten
    Kommen wir nun zu den Leitgedanken: Das sind die Gedanken, die zum Ziel führen.
     
  6. Vermieter-Beispiel: 1. Leitgedanke = Gutes Zusammenleben
    Nehmen wir wieder unser Beispiel mit dem Vermieter: Sein erster Gedanke könnte sein: Gutes Zusammenleben in einem Haus ist wichtig für alle.
     
  7. Vermieter-Beispiel: 2. Leitgedanke = Verständnis für die andere Seite
    Sein zweiter Leitgedanke könnte sein, dass es möglicherweise beim Mieter Gründe für den Lärm gibt, es geht also um Zugeständnisse, die er auch machen muss - zum Beispiel: Wenn in der Familie jemand Posaune spielt oder ein Kleinkind noch in der Schreiphase ist.
     
  8. Vermieter-Beispiel: 3. Leitgedanke = Suche nach einem Kompromiss
    Ein Kompromiss könnte zum Beispiel sein, dass man sich beim Instrument auf bestimmte Zeiten einigt. Beim Kleinkind könnte man an lärmdämpfende Maßnahmen denken u.ä.
     

Leitgedanken und Intention an einem praktischen Beispiel:

 

Zunächst der Text ohne Markierungen - zum Üben gewissermaßen.

Bitte nach Leitgedanken suchen und dann mal die Intention, die Aussage(n) formulieren!

Weiter unten liefern wir dann unsere Lösung.

 

Jeder verdient eine zweite Chance - wirklich jeder?

 

Wohl jeder stimmt heute dem Satz zu, dass man eine zweite Chance bekommen sollte. Schwieriger wird es, wenn man sich Situationen vorstellt, in denen dieser Satz angewendet werden soll. Fangen wir mit einem berühmten Fall an, bei dem eine Kassiererin fristlos entlassen wurde, die Flaschen-pfandbons an sich genommen hatte, die Kunden liegengelassen hatten. Mehrere Gerichte bestätig-ten die Entlassung zunächst, weil dadurch angeblich das Vertrauen zwischen der Firma und der Angestellten irreparabel zerstört worden sei. Erst das höchste deutsche Arbeitsgericht entschied anders und gab damit der Angestellten eine zweite Chance.

Schwieriger wird es schon, wenn jemand zu Recht eine Gefängnisstrafe bekommen hat und nach ihrer “Verbüßung” (übrigens ein interessantes deutsches Wort) wieder arbeiten möchte. Hier muss man wohl unterscheiden, ob jemand einen Kassierer einstellen kann, der schon mal Geld unter-schlagen hat. Anders sieht es sicher aus, wenn jemand gegenüber dem Verführer seiner Freundin handgreiflich geworden ist und ernsthaft erklärt, daraus gelernt zu haben.

Was aber ist mit den vielen kleinen Fällen, die alltäglich passieren. Da rutscht jemandem eine Be-leidigung heraus - und er entschuldigt sich gleich. Oder aber jemand sagt seine Meinung - und an-dere weisen ihn darauf hin, dass das als ausländerfeindlich oder als unmenschlich verstanden wer-den konnte. Darf so jemand sich wenigstens erklären und im Idealfall einsehen, dass er vorschnell geurteilt oder nicht an alles gedacht hat, was dazu gehört?

Wir haben genug echte Bösewichte in der Welt - sollten wir da nicht froh sein über jeden, der auf Kritik hört oder etwas sogar selbst einsieht?

Unsere Lösung:

Die rot markierten Stellen sind Leitgedanken.

Unten kommt dann die Intention.

 

Jeder verdient eine zweite Chance - wirklich jeder?

 

Wohl jeder stimmt heute dem Satz zu, dass man eine zweite Chance bekommen sollte. Schwieriger wird es, wenn man sich Situationen vorstellt, in denen dieser Satz angewendet werden soll. Fangen wir mit einem berühmten Fall an, bei dem eine Kassiererin fristlos entlassen wurde, die Flaschenpfandbons an sich genommen hatte, die Kunden liegengelassen hatten. Mehrere Gerichte bestätigten die Entlassung zunächst, weil dadurch angeblich das Vertrauen zwischen der Firma und der Angestellten irreparabel zerstört worden sei. Erst das höchste deutsche Arbeitsgericht entschied anders und gab damit der Angestellten eine zweite Chance.

Schwieriger wird es schon, wenn jemand zu Recht eine Gefängnisstrafe bekommen hat und nach ihrer “Verbüßung” (übrigens ein interessantes deutsches Wort) wieder arbeiten möchte. Hier muss man wohl unterscheiden, ob jemand einen Kassierer einstellen kann, der schon mal Geld unterschlagen hat. Anders sieht es sicher aus, wenn jemand gegenüber dem Verführer seiner Freundin handgreiflich geworden ist und ernsthaft erklärt, daraus gelernt zu haben.

Was aber ist mit den vielen kleinen Fällen, die alltäglich passieren. Da rutscht jemandem eine Beleidigung heraus - und er entschuldigt sich gleich. Oder aber jemand sagt seine Meinung - und andere weisen ihn darauf hin, dass das als ausländerfeindlich oder als unmenschlich verstanden werden konnte. Darf so jemand sich wenigstens erklären und im Idealfall einsehen, dass er vorschnell geurteilt oder nicht an alles gedacht hat, was dazu gehört?

Wir haben genug echte Bösewichte in der Welt - sollten wir da nicht froh sein über jeden, der auf Kritik hört oder etwas sogar selbst einsieht?

 

Leitgedanken:

  1. Grundsätzlich glaubt jeder, dass eine zweite Chance etwas Gutes ist.
  2. Probleme gibt es in bestimmten Fällen, die mit Vertrauen zu tun haben.
  3. Dabei muss man aber unterscheiden nach der Größe des Falles bzw. den konkreten Umständen..
  4. Besonders wichtig ist die zweite Chance aber auch im täglichen Umgang.
  5. Wichtig ist, dass jemand auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht wird und sich korrigieren kann.
  6. Damit erreicht man, dass mehr Menschen zu den "Guten" kommen, als wenn man sie gleich verurteilt.

 

Intention:

Der Text will deutlich machen, wie wichtig es ist, die Idee der zweiten Chance auch auf die vielen kleinen Fehler und Probleme in der Alltagskommunikation zu übertragen.

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