Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick
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Die Revolution von 1848 - was man verstanden haben sollte ...

Das Folgende ist ein Auszug aus einem E-Book, das einem Geschichte leicht verständlich erklären soll. Näheres dazu weiter unten.

 

Es geht im wesentlichen um die folgenden Fragen:

  1. Warum viele Deutsche 1848 so begeistert waren, als es erst in Frankreich und dann auch bei ihnen losging.
  2. Womit die Deutschen sich in den ersten Monaten nach dem Erfolg der Revolution vor allem beschäftigten und damit viel Zeit verloren.
  3. Warum die Fürsten wieder stärker wurden?
  4. Warum die Revolutionsbewegung immer schwächer wurde´.
  5. Wie es mit der Revolution zu Ende ging.
  6. Warum die Revolution noch heute von geschichtlicher Bedeutung ist.

1.1 Frankreich erneut als Vorbild

1848 kam die große Chance für die Deutschen, zwei Ziele auf einmal zu erreichen, nämlich die ersehnte nationale Einheit und die politische Freiheit, d.h.: Menschenrechte und Verfassung. Ausgangspunkt war eine erneute Revolution in Frankreich (Februarrevolution), in der der 1830 eingesetzte sogenannte Bürgerkönig ebenfalls verjagt wurde. Dem war nämlich weiter nichts eingefallen, als den Menschen, die ein Wahlrecht nicht nur nach Besitz forderten, zu empfehlen, sie müssten sich halt bereichern, dann könnten sie auch wählen.
 

1.2 Große Ideen – wenig Macht und Erfolg
 

1.2.1 Februar 1848: Frankreich legt vor – Deutschland folgt nach

Frankreich ging nach dem Februar 1848 sogar soweit, erneut eine Republik auszuprobieren, die allerdings bald in ein erneutes Kaisertum, das Napoleons III., mündete. Die Deutschen übernahmen zumindest ein bisschen von dem revolutionären Schwung der Franzosen und setzten – weitgehend friedlich im Südwesten Deutschlands und in blutigen Barrikaden - Kämpfen in Wien und Berlin - die Vorbereitung neuer, demokratischer Verfassungen durch.

Dazu eine kleine Anmerkung aus dem Februar des Jahres 2014: Die Schüler, die sich seit einiger Zeit nicht so recht vorstellen konnten, wie nicht weit von ihnen entfernt Revolutionen aussehen könnten, bekamen in der Ukraine ein sehr beeindruckendes Beispiel geliefert. Dies nur als Tipp an alle Lehrer: Ein Vergleich der Entwicklung von 1848 mit der in der Ukraine könnte erhellend sein.

Nun aber wieder zurück zur Geschichte:
 

 Das Paulskirchenparlament – fleißig, aber ohne Macht

Ab dem Mai 1848 wurde in Frankfurt in der Nationalversammlung intensiv gearbeitet. Besonders lange wurde an einem ersten Katalog von Grundrechten gearbeitet. Gleichzeitig verschoben sich aber die realen Machtverhältnisse immer stärker zu Ungunsten der Revolutionäre. Sie hatten kein wirklich mächtiges vorläufiges Staatsoberhaupt, sondern nur einen so genannten „Reichsverweser“ ohne militärischen und bürokratischen Unterbau.

Die Machtlosigkeit des ersten demokratisch gewählten deutschen Parlaments zeigte sich, als es Preußen beauftragte, die Interessen der Deutschen gegen Dänemark zu schützen – eine eigene Armee hatte man ja nicht. Preußen folgte dem Auftrag, schloss aber bald eigenmächtig wieder einen Waffenstillstand. Den Parlamentariern in der Paulskirche blieb nicht viel mehr als Protest. Es kam dann noch schlimmer.
 

1.2.2 Stufenweises Scheitern

Nachdem man in mühseligen Auseinandersetzungen akzeptiert hatte, dass es eine großdeutsche Lösung mit Österreich nicht geben würde, musste man erleben, dass auch die zweitbeste Lösung nicht realisiert werden konnte. Zwar einigte man sich darauf, dem König von Preußen die Krone eines neuen deutschen Kaiserreichs anzubieten, dieser lehnte aber brüsk mit dem Hinweis ab, er werde eine solche Krone nur von seinesgleichen, sprich also wie im Mittelalter von den Fürsten entgegennehmen.
 

1.3 Das traurige Ende der Revolution in Deutschland

Damit war die Revolution gescheitert, die Revolutionäre liefen auseinander und der Rest wurde 1849 von preußischen Soldaten in Rastatt zusammengeschossen oder hingerichtet.

 

1.4 Warum ist die Revolution gescheitert?
 

1.4.1 Das französische Schreckbild für die Bürger

Es kamen verschiedene Dinge zusammen: Ein wichtiger Punkt war, dass erstmals auch Arbeiter an den revolutionären Entwicklungen beteiligt waren. In Frankreich erhoben sie so mächtig ihre Stimme, dass sie sogar vom Militär zusammengeschossen werden mussten.

In Deutschland war es vor allem das Bürgertum, das diese Entwicklung mit Sorge sah – voller Angst um die eigene gesellschaftliche Stellung. Im Konfliktfall waren die Bürger eher bereit, mit dem König ein bisschen Veränderung durchzusetzen, als zusammen mit den Arbeitern alles zu riskieren.
 

1.4.2 Der König als Partner des Bürgertums

Dafür gab es ja auch schon ein großes Vorbild, nämlich die Reformen des Herrn von Stein, der nach 1807 in Preußen auch eine „Revolution von oben“, also im Auftrag des Königs und mit seiner Zustimmung, durchgesetzt hatte. Das war ein Modell, auf das man jetzt gerne zurückgriff.

Das Problem war nur, dass da kein großer Feind mehr war, den König und Volk zusammen bekämpfen mussten und wollten. Jetzt sah man eher im Volk den Feind und tat alles, um es auf alle mögliche Weise auszutricksen.

Dabei spielte auch eine Rolle, dass der preußische König zwar seine eigene Landes-Nationalversammlung in Berlin, die parallel zu der in Frankfurt für ganz Deutschland tagte, auseinandertreiben ließ. Aber er machte auch Zugeständnisse, gab von sich aus eine Verfassung, auf die wir noch genauer eingehen werden.
 

1.4.3 Deutsche Besonderheiten: Keine Hauptstadt – aber viel Untertanengeist

Was Deutschland vor allem auch fehlte, war ein großes nationales Zentrum wie Paris, in dem die Aufstandsbewegung sich geschlossen formieren konnte. Die Deutschen hatten es mit zig größeren und kleineren Fürsten zu tun – die nationale Spaltung lähmte auch die nationale Revolution.

Dazu kam allerdings auch eine spezifisch deutsche Mentalität, die Lenin so auf den Punkt gebracht hat: Wenn die Deutschen eine Revolution machen und einen Bahnhof besetzen wollen, kaufen sie vorher eine Bahnsteigkarte. Solche Tickets kennen wir heute nicht mehr, weil Bahnhöfe im Unterschied zu früher frei zugänglich sind. Aber der Satz trifft doch die besondere Staatstreue und den ausgeprägten Untertanengeist, der für viele Deutsche bis zum Ersten Weltkrieg kennzeichnend war.

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