Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick
Wenn die Wolken weg sind, lichtet sich der Blick

Paul Zech, Die Häuser haben Augen aufgetan

Auf dieser Seite präsentieren wir ein Gedicht von Paul Zech aus der Zeit des Expressionismus, in dem die Dinge möglicherweise weiter sind als die Menschen.

Kurzvorstellung des Gedichts:
Das Gedicht beschreibt, wie der Titel schon andeutet, eine Veränderung. Sie dürfte positiv sein, allerdings irritiert das Subjekt, nämlich „Häuser“. Umso mehr fragt man sich, was mit den Menschen ist.
Die erste Strophe präsentiert dann – grün markiert – weitere sehr positive Elemente, allerdings kommen in der letzten Zeile auch schon Momente hinzu, die nicht eindeutig positiv sind, deshalb gelb markiert.
Das geht in der zweiten Strophe weiter und verstärkt sich dann noch, wenn „Brücken“ „in das Flussbett“ niedertauchen – und auch Kähne haben natürlich „in der Tiefe“ nichts zu suchen.
Auch die dritte Strophe lässt rätseln, um was für Gestalten es sich handelt, die da immerhin „groß“ herauswachsen. Auf jeden Fall verschwindet auch in der Natur einiges, was zu ihr eigentlich gehört.
Die letzte Strophe aber zeigt dann, wie wenig die Menschen mit dieser Entwicklung klarkommen, allenfalls geben sie sich ihr hin.
Die Schlusszeile enthält das verräterische Negativ-Wort „Fall“ im Sinne von „den Halt verlieren“ bzw. stürzen. Allerdings sind sie Früchte, aber man weiß nicht, wer sie nutzen wird und wofür.


Klausurbedeutung: @@@@
(Die Anzahl der @-Zeichen macht unsere Einschätzung der Klausurbedeutung sichtbar – wie die Sternchen bei Hotel-Bewertungen!)
Das Gedicht ist vor allem interessant, weil es einen Aufbruch markiert, der offensichtlich aus dem „Vorüberspülen / gehetzter Stunden“ (02/03) herausführt. Das deutet ganz klar auf die als negativ empfundenen Verhältnisse in einer unnatürlichen Umgebung hin. Auch ist nicht mehr alles „mauerhart“, was an enge Wohnverhältnisse oder Fabrikanlagen denken lässt.
In die gleiche Richtung mögen „Brücken“ und „Kahn an Kahn“ gehen – allerdings wird den Menschen damit auch die Lebensgrundlage entzogen. Sie wirken passiv und zu Früchten in einem unklaren Kontext, in dem negativ von „Fall“ die Rede ist.
Hier ist also einiges an Interpretationskunst und assoziativer Kreativität nötig. Hilfreich ist dabei sicher, wenn man vorher im Unterricht Gedichte behandelt hat, die die Menschheit auch auf einer schiefen Bahn sahen – möglicherweise sogar mit der Perspektive des Abgrunds.


Anregungen:
1. Der ungewöhnliche Titel müsste noch genauer in einen Bezug zum eigentlichen Gedicht gesetzt werden. Möglicherweise leisten die „Häuser“ etwas aktiv, was die Menschen nur passiv hinnehmen können. Vielleicht stehen sie stellvertretend für all das Feste und Gewohnte, was zur Zivilisation gehört. Dann bleibt die Frage: Gibt es ein Leben außerhalb dieser geordneten Welt – auch ohne „Brücken“?
2. Vor allem um die letzte Strophe wird man streiten müssen, ob das positiv zu verstehen ist. Das könnte man, wenn damit gemeint ist, dass die Menschen alle falsche Betriebsamkeit aufgeben, sich als Bestandteil der Natur verstehen. Sie verlieren ihr Bewusstsein, das sie zu Menschen gemacht hat, allerdings auch zu Wesen, die die Welt in Gefahr bringen, wenn nicht sogar zerstören.


 

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